Über das Leben vor ihrer Zeit
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Schüler einer 11. Klasse des Beruflichen Gymnasiums der SBBS Rudolstadt beim Jugendkongress 09 vor der Messe in Erfurt. (Foto: Schule)

Schüler der Berufsschule Rudolstadt setzen sich bewusst mit der DDR auseinander.

War es nun eher schön, das Leben in der DDR oder überwog doch das Negative? In den Familien der künftigen Veranstaltungskaufleute wird sehr unterschiedlich über dieses kurze Kapitel deutscher Geschichte geredet. Der Vater eines Mädchens gehörte zu denen, die aus dem "Arbeiter- und Bauernstaat" flohen, die Mutter einer anderen jungen Frau arbeitete beim Zoll ins Probstzella.

So unterschiedlich wie die Biografien der Menschen, so verschieden sind die Ansichten über das untergegangene Land. Aus eigener Anschauung kennen nur die wenigsten der 18 bis 30-jährigen Auszubildenden diese Republik, die sich selbst demokratisch nannte, aber wohl alles andere war.
Damit die jungen Leute mehr über diese Zeit erfahren, die sie selbst nicht erlebt haben, hat Lehrerin Katrin Konrad an der Staatlichen Berufsbildenden Schule in Rudolstadt mehrere Veranstaltungen organisiert, die sich dem Thema DDR widmeten oder es zumindest streiften.

Anfang des Monats hat sie mit einer 11. Klasse des beruflichen Gymnasiums den Jugendkongress 09 in der Messe Erfurt besucht. Referenten waren u. a. Joachim Gauck und Katrin Göring-Eckart, welche über ihr Leben und ihre Erfahrungen in der DDR berichten und die Jugendlichen aufforderten sich mit Zeitzeugen kritisch auseinander zu setzen. Eine Trennung zwischen dem System der DDR und dem Leben in der DDR wurde von Prof. Schröder den Schülern nahe gebracht. "Diese Trennung wird bei aller Ostalgie leider viel zu oft verwischt", so Konrad.

In der vergangenen Woche hatten die künftigen Veranstaltungskaufleute aus ganz Thüringen die Journalisten und Autoren Sabine Krätzschmar und Thomas Spanier zu Gast, die Geschichten aus ihrem Buch "Ankunft im gelobten Land - Das erste Mal im Westen" vorstellten und mit den Auszubildenden diskutierten.

"Im Gespräch mit den Schülern lässt sich feststellen, dass alle Ihren Vortrag nicht ermüdend fanden, vielmehr durch die emotionalen Geschichten auch in der Pause noch angeregt über diese Zeit gesprochen haben", schrieb die Lehrerin aus Königsee danach an die Autoren. "Ich bin sehr froh, dass Ihr Buch die emotionale Ebene bei Schülern anspricht und somit auch Interesse an weiteren Fakten und Daten weckt. Ohne diese persönliche Ebene ist es schwer, ein Unterrichtsthema langfristig bei Schülern zu etablieren".

Rudolstadt (OTZ/TS) 23.06.2009

Zuletzt geändert am: 06.07.2009 um 22:07

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