BG 10 schnuppert Berliner Luft |
BG 10 schnuppert Berliner Luft
"Der frühe Vogel fängt den Wurm", dachten sich wohl Frau Franz und Herr Neubeck, als sie uns zu unglaublich früher und kalter Stunde (6:50 Uhr) an den Corrensring bestellten. Von dort aus begann unsere viertägige Bildungsreise nach Berlin.

Wir merkten sofort, dass Thomas, unser Busfahrer, dem Ideal eines Busfahrers entsprach. Er war witzig, charmant und besaß das Talent perfekt rückwärts einparken zu können. Nachdem wir während einer kurzen Pause bei McDonalds unsere Mägen mit Köstlichkeiten gefüllt und unsere Blasen kostenlos entleert hatten, setzten wir die Fahrt Richtung Berlin fort.
Noch bevor wir unsere Unterkunft am Zielort erreichten, begann unser Bildungsprogramm. In der ehemaligen Untersuchungshaftanstalt Hohenschönhausen der Staatssicherheit der DDR, die heute Gedenkstätte für die Opfer der kommunistischen Gewaltherrschaft ist, wurden wir während einer lebendigen und interessanten Führung über die Verbrechen der SED informiert. Nach einer sehr ausführlichen Stadtrundfahrt durch Berlin waren wir froh über unsere Ankunft im A&O Hostel. Dort erhielten wir weiße Armbändchen, deren Färbung weniger für Frieden stand, als für: Vorsicht – ich bin minderjährig und an mich darf kein Alkohol ausgeschenkt werden. Alle Versuche herauszufinden, wie die Bändchen volljähriger Personen eingefärbt waren, schlugen fehl. Zufrieden wurden die Zimmer begutachtet und als sich jeder davon überzeugt hat, dass die anderen auch kein besseres Zimmer abbekommen hatten, gab es endlich Abendbrot. Vorbereitet wurde eine Kreation aus Salat, Instantsuppe, Chili con Carne und rosaroter Grütze. Den Tag ließen alle unterschiedlich ausklingen. Einige schauten zu, wie Promis im Dschungelcamp Känguruhoden verspeisten, andere erzählten bis tief in die Nacht.
Am nächsten Morgen wurde wohl das gesamte Hostel gegen 5:00 Uhr sehr unsanft von Peggys Blaskapellen-Wecker aus dem Bett geschmissen. Am Vormittag besichtigten wir das Holocaust-Mahnmal, das an die von den Nazis ermordeten Juden Europas erinnern soll.

Besonders das Museum unterhalb der Gedenkstätte, in dem Abbildungen und Texte originaler Briefe und Postkarten ausgestellt waren, fesselte uns. Anschließend durften wir vier Stunden allein durch Berlin ziehen. Während einige diese Zeit nutzten, um ihr gesamtes Vermögen für Kleidung auszugeben, suchten sich andere ein stilles Plätzchen zum Entspannen.
Unsere Bildungsreise führte uns nun in die Landesvertretung Thüringen. Leicht abgelenkt von der großen Auswahl an Säften, die für uns bereit stand, versuchten wir, dem Vortrag über die Bedeutung und die Funktionen der Landesvertretung zu folgen.

Gleich im Anschluss besichtigten wir den Bundesrat. In einem Rollenspiel durften wir am eigenen Leib erfahren, wie schwer es ist, über sinnvolle Gesetzesentwürfe, wie „Alkoholverbot für unter Achtzehnjährige“, zu debattieren. Geschafft fuhren wir zu unserer Unterkunft. Nach dem Abendessen wurden (natürlich heimlich) neue Schlafgemeinschaften gebildet und jeder schloss den Tag auf seine Weise ab.
Am Mittwoch führte unsere Bildungstour durch Berlin in das Museum „The Story of Berlin“. Bewaffnet mit einem Rätsel, welches wir unbedingt auszufüllen hatten, besichtigten wir einen originalen Atomschutzbunker und konnten die Geschichte Berlins erleben. Leider sind uns fast alle Rätsel auf mysteriöse Weise im Laufe der Zeit durch die Geschichte Berlins abhanden gekommen.

Unsere nächste Station war der deutsche Bundestag. Wir wurden kontrolliert, durchsucht und darüber belehrt, dass wir im Plenarsaal durchaus atmen und die Atmosphäre genießen dürfen – andere Tätigkeiten jedoch verboten sind. Wären wir eine Stunde später erschienen, hätte uns Angela Merkel mit ihrer bloßen Anwesenheit beehrt und wir hätten unseren Bundesverteidigungsminister Karl Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester Freiherr von und zu Guttenberg zu sehen bekommen.

Nach der Besichtigung der Reichstagkuppel fuhren wir ins Hostel zurück. Doch damit war der Tag noch nicht beendet, denn ein Teil der Klasse besuchte eine sehr gelungene Vorstellung der Blue Man Group. Müde fielen wir spät in der Nacht in „unsere“ Betten.
Der letzte Tag der Bildungsreise brach an und wir mussten jeden Winkel der Zimmer von unseren Sachen befreien. Danach schaute sich der wirtschaftliche Teil unserer Klasse in Madame Tussauds Wachsfigurenkabinett um, während der gesundheitliche Teil im Berliner medizinhistorischen Museum der Charité eine sehr anschauliche Zusammenfassung der wohl ekeligsten Krankheiten zu sehen bekam.
Nun mussten wir „adieu“ sagen zur größten Stadt Deutschlands und brachen auf in Richtung Heimat.
Unser Dank gilt der fabelhaften Frau Franz für die perfekte Organisation der vier Tage und die liebevolle Umsorgung.
Einen herzlichen Dank auch an Herrn Neubeck, der mit Sicherheit in einem seiner früheren Leben Fotograf war und unsere Bildungsreise für die Nachwelt festhielt.
Schüler BG 10
Zuletzt geändert am: 11.02.2011 um 12:44
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